Von der Elbmetropole an das Ufer der Nieplitz

Dagmar Dölitzsch ist vor allem wegen der Familienfreundlichkeit nach Beelitz gezogen. Dass die Bedingungen auch für Künstler gut sind, kam ihr dabei sehr zu pass

Dagmar Dölitzsch in ihrem Atelier in Beelitz. Foto: Thomas Lähns
Dagmar Dölitzsch in ihrem Atelier in Beelitz. Foto: Thomas Lähns

Beelitz - Der Umzug nach Beelitz war für Dagmar Dölitzsch ein Umbruch, wie er stärker kaum sein könnte: Nach ihrem Studium im Bereich Produktdesign in Hamburg hatte die Künstlerin jahrelang in der Elb-Metropole gelebt und gearbeitet, inmitten von  Millionen Menschen, hohen Häusern und großer Geschäftigkeit. Erst allmählich ist sie angekommen in der Spargelstadt, wo das höchste Haus der Kirchturm ist und der gesellschaftliche Puls ein paar Takte langsamer schlägt. „Diese Ruhe hilft aber beim Arbeiten. Und das Umfeld für Familien ist in Beelitz hervorragend.“

 

Das hatte vor rund drei Jahren auch den Ausschlag für die Wahl des neuen Wohnortes gegeben: Ihr Mann bekam einen Job in Berlin, also musste es etwas in der Nähe sein, Beelitz bestach durch die guten Kitas, Schulen und Freizeiteinrichtungen. Die Familie besteht immerhin aus Mama, Papa und vier Kindern. Die älteste Tochter geht aufs Gymnasium, die jüngste kommt bald in die Kita. Gemeinsam wohnen sie in einem Haus nahe des Liebknechtparks.

 

Im Keller hat sich Dagmar Dölitzsch, die ursprünglich aus Greifswald stammt, ihr Atelier eingerichtet. Hier malt, schnitzt und druckt sie ihre Bilder, die sie in Ausstellungen und auf Märkten verkauft. Die Kunstformen, die sie anwendet, sind so vielfältig wie die Motive: Von der abstrakten Tuschezeichnung einer Landschaft über Tierbilder in Öl bis hin zur in die Tiefe gehenden Pastellmalerei  besticht ihre Arbeit durch eine enorme Bandbreite. „Es gibt eine innere Notwendigkeit für mich, Bilder zu machen“, sagt sie.

 

Und dafür erschließt sie sich immer wieder neue Techniken: Seit diesem Jahr beschäftigt sich Dagmar Dölitzsch mit dem Linolschnitt. Aus entsprechenden Platten schnitzt sie nach eigenen Entwürfen spiegelverkehrte Druckvorlagen, mit denen sie dann unter der Presse Bilder herstellt - in limitierter Auflage und variierenden Farben, denn jedes Bild soll etwas Besonderes bleiben. Ihre Motive hat sie bislang größtenteils im Potsdamer Park Sanssouci gefunden. „Ich war zwanzig Jahre nicht in Potsdam gewesen und überwältigt von dem, was sich dort getan hat.“ Aber auch in Beelitz hat sie sich Motive ausgeguckt: Die Apoll-Skulptur am Wasserturm oder die Heilstätten würden sich gut für Interpretationen eignen.

 

In diesem Jahr ist Dagmar Dölitzsch erstmals beim Beelitzer Kunst– und Handwerkermarkt dabei - sie als Beelitzerin hat schließlich Heimvorteil, lacht sie. Solche Märkte würden sich sehr gut als Podium eignen, „man braucht als Künstler auch das Feedback der Menschen, man kann nicht nur im stillen Kämmerlein arbeiten“, erklärt sie. Aber auch einer Stadt selbst würden Kunstmärkte gut tun: „Hier reden die Bürger mal nicht über Alltägliches, über Kinder und Job, sondern kommen über ganz andere Dinge ins Gespräch - über Kreativität und Ästhetik.“ Dazu will Dagmar Dölitzsch beitragen - und auf diesem Wege ihre Wahlheimat Beelitz noch ein Stück mehr kennen lernen.