Hier kommt die Kunst auf den Hund!

Petra Mussotter aus Schäpe stellt individuelle Hundeaccessoires her - aus einem Material, das früher Fallschirmspringer nutzten

Petra Mussotter mit Elea und Camillo (r.). Foto: Thomas Lähns
Petra Mussotter mit Elea und Camillo (r.). Foto: Thomas Lähns

Schäpe - Wenn Elea und ihre beiden Jungs durch die Schäper Landschaft streifen, dann setzen sie dabei modische Akzente - unbewusst und meistens unbemerkt. Denn viele Spaziergänger trifft man nicht zwischen Wald und Wiesen. Aber die farblich abgestimmten Halsbänder und Leinen hat ihr Frauchen auch weniger für die Hunde gemacht als für sich. Weil es gut aussieht. Und weil es das Bild der drei lebhaften Labrador-Mischlinge irgendwie rund macht.

 

Petra Mussotter hat das Paracord-Flechten für sich entdeckt - ein kreatives Hobby, dass sich derzeit zu einer kleinen Geschäftsidee entwickelt. Denn ihre Erzeugnisse will die gebürtige Berlinerin demnächst über einen eigenen Online-Handel verkaufen, außerdem war sie schon als Ausstellerin auf Märkten in Potsdam und Lühnsdorf dabei. Auf dem Beelitzer Kunst– und Handwerkermarkt am 27. und 28. August an der Nieplitz wird sie ihre Erzeugnisse ebenfalls vorstellen - und sich bei der Arbeit mit dem Allzweck-Material Paracord über die Schulter schauen lassen.

 

Paracord-Schnüre sind extrem reißfeste und trotzdem leichte Kern-Mantel-Seile aus Nylon. Ursprünglich wurden sie als Fangleine bei amerikanischen Fallschirmspringern (Fallschirm heißt auf Englisch „parachute“) eingesetzt und fanden wegen ihrer Stabilität auch nach dem Absprung vielseitige Verwendung. Heute ist das Material fester Bestandteil ziviler Outdoor-Ausrüstungen.

 

Wie kam Petra Mussotter zu diesem Hobby? „Als Elea Welpen bekam und wir plötzlich drei Hunde hatten, suchte ich nach Halsbändern, die farblich zueinander passen.“ In den Fachgeschäften fand sie nur pragmatische Massenware und kam zum Entschluss, so etwas selbst herzustellen. Zu Leinen und Halsbändern sind weitere Erzeugnisse wie individuelle Hundedecken dazugekommen.

 

„Das Handwerkliche hat mir schon immer gelegen“, erzählt die gelernte Arzthelferin, die vor 20 Jahren mit ihrem Mann aus Berlin nach Schäpe gezogen ist. Während er unter der Woche viel auf Montage ist, jobbt sie auf dem örtlichen Spargelhof, kümmert sich um Haus und Hof - und engagiert sich ehrenamtlich. Zum Beispiel für Flüchtlinge im Rahmen der Initiative „Beelitz hilft“. Oder für den Verein „Streunerhilfe Sizilien“, der sich um Straßenhunde kümmert. Für den hatte Petra Mussotter auch schon eine Benefiz-Verkaufsaktion auf Facebook gestartet und die Erlöse gespendet.

 

Über das soziale Netzwerk hat sie sich auch mit anderen Paracord-Flechtern über die Techniken ausgetauscht und schon erste Kundenaufträge bekommen. Ein Halsband kostet bei ihr je nach Aufwand und Größe zwischen 15 und 45 Euro. Das mit der Hundemode ist so eine Sache, sagt Petra Mussotter: Es darf nicht ins Lächerliche kippen. Statt Jäckchen und Tüchlein zu tragen, muss das Tier letztendlich Tier bleiben. Der eigene Online-Handel wird unter der Domain www.calea-shop.de zu finden sein. „Calea“ ist eine Zusammensetzung von Camillo und Elea, zweien ihrer Hunde. Der Jüngste heißt Gino.

 

Die drei dösen im Schatten der Holzveranda. Nur ab und zu springt einer auf und will spielen. Oder noch besser: Spazieren gehen. Was vielleicht auch ein bisschen an den modischen Accessoires liegt, die Frauchen gemacht hat.